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Von 1990
Über den Hang zu Gewalt und Aussichtslosigkeit
27. September 1997
Erst als sich der von Horror- und Katastrophenfilmen verwöhnte Westeuropäer sicher war, daß die Gewaltorgien vor seiner Haustür stattfanden – anfangs bedurfte es ungezählter Leitkommentare und einschlägiger Alternativ-Literatur, ihm diese Tatsache einzuhämmern –, begann der Krieg auf dem Balkan seine ehrliche Begeisterung zu wecken...
Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verurteilt nach deutscher Rechtsinterpretation vom "Völkergefängnis Jugoslawien"
15. Juli 1997
Anfang Juli beendete das für die Verfolgung von Kriegsverbrechern im früheren Jugoslawien zuständige Tribunal in Den Haag sein erstes Verfahren. Es verurteilte den Serben Dusko Tadic zu 20 Jahren Haft...
Mit faschistischen Parolen und nationaler Agitation gwinnt Franjo Tudjman noch einmal die Präsidentenwahl in Kroatien
16. Juni 1997
"Frei, aber nicht fair" seien die Präsidentschaftswahlen am 15. Juni in Kroatien verlaufen. Dieses merkwürdige Ergebnis präsentierten Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) einen Tag nach den Wahlen neugierigen Journalisten in Zagreb...
Interview mit Doris Pack,
Mitglied des christlich-demokratischen Fraktion im Europäischen Parlament
21. Januar 1997
Also zuerst muß ich sagen, daß ich mich über den Auftritt des italienischen Außenministers Lamberto Dini kurz vor Weihnachten in Belgrad sehr geärgert habe. Seine Aufforderung an die friedlichen Demonstranten, die demokratischen Prinzipien zu beachten, waren ebenso fehl am Platz wie die Bemerkung, daß die Opposition "viel zu viel" fordere...
Deutschland setzt auf den Separatismus der Kosovo-Albaner
27. Dezember 1996
Wie jede Krise auf dem Balkan entzweit das Kräftemessen auf den Straßen Belgrads die Hauptstädte der europäischen Großmächte. In London und Paris gilt der serbische Präsident bislang als Garant einer staatlichen Ordnung, die der auch in der Bundesrepublik Jugoslawien virulenten Separatismus widerstehet...
Die Propaganda lenkt die Aufmerksamkeit auf die Unterdrückung der Kosovo-Albaner
2. Juli 1996
Im Oktober 1995, während NATO-Bomben den populären Präsidenten der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, in die Knie zwangen, wandte sich Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer an das sich gerade an Militäreinsätze gewöhnende alternative Publikum in Deutschland: Im Kosovo, wo die Serben noch weiter ihr Unwesen trieben, sollten - "vorsorglich" - internationale Truppen stationiert werden...
Zwei Völker verbunden in Wort und Tat
15. September 1995
"Die wahren Ursachen der Spannungen in Europa", erläuterte der damalige Verteidigungsminister und spätere NATO-Generalsekretär Manfred Wörner am 5. Oktober 1986 die außenpolitischen Richtlinien der Kohl-Regierung, seien "die widernatürliche Teilung Europas, die widernatürliche Unterdrückung des Selbstbestimmungsrechts aller Deutschen und der Osteuropäer sowie die Zementierung der Folgen des Zweiten Weltkriegs"...
Über die propagandistische Vorbereitung einer Militärintervention
9. August 1995
Im Sommer 1995 kam die neue deutsche Kriegspropaganda zu ihrem ersten Höhepunkt: Der Bundestag entsendete am 30. Juni die Bundeswehr mit wage definiertem Auftrag in Richtung Jugoslawien. Einen Monat später waren die bereits im Frühjahr mobilisierten Kampfverbände der Luftwaffe vor Ort...
Die zum Scheitern verurteilten Versuche eine gescheiterte UN-Mission zu retten
22. Juli 1995
Während der letzten Bosnien-Krise im Mai/Juni hatten Frankreich und Großbritannien durch die Entsendung einer besser bewaffneten Eingreiftruppe versucht, den Befürwortern eines UN-Abzugs den Wind aus den Segeln zu nehmen...
Nach der erfolglosen Mission Frankreichs und Großbritanniens folgt jetzt die Intervention der USA
8. Juni 1995
Die US-Luftangriffe bei Pale am 25. Mai - ein zwielichtiges Geschenk zu Tito’s Geburtstag - waren der Startschuß für eine neue Runde nordatlantischer Schaukämpfe in Europa. Wie schon vor dem 1. Weltkrieg wird der Balkan zur Arena militärischer Vorgeplänkel...
Stimmung für einen neuen deutschen Balkanfeldzug
21. Dezember 1992
Zwei Tage nach dem Rücktritt des Postministers Schwarz-Schilling, der der Bundesregierung "Tatenlosigkeit" angesichts des "Völkermords" in Jugoslawien vorwarf, verlangte Arbeitsminister Norbert Blüm am 16. Dezember 1992 in der Bild-Zeitung nach einer "Weltpolizei, die dazwischenfährt und den Amokläufern in Bosnien die Waffen aus der Hand schlägt"...
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Bis 2000
Bei der Interpretation und Darstellung des Jugoslawienkriegs
26. März 2009
Die Entscheidung der Clinton-Administration, in Bosnien zu intervenieren, löste in der republikanischen Partei, die jetzt die Opposition bildete, eine ungewöhnlich scharfe Diskussion aus. Während Dick Cheney unbeeindruckt von all dem auf seiner bereits als Verteidigungsminister begründeten Position der Nichteinmischung beharrte, traten die Neocons, die bereits die Bosnien-Intervention verteidigt hatten, im Vorfeld der sich bald anbahnenden nächsten, der Kosovo-Krise, nun nicht mehr bloß als Verteidiger der Regierung auf, sondern als Kritiker eines Präsidenten, der zu zögerlich sei, es nicht wage, es nochmal zu tun
Aus der Provinz Kosovo ist über Nacht ein Staat geworden. Sein Begriff liegt noch im Dunkeln.
23. April 2008
Nach „allgemeinem Völkerrecht“ kann man sich also ganz unbefangen aussuchen, wie man die Anerkennung der Volksrepublik begründen will, nur mit „effektiver Herrschaftsgewalt“ oder mit einem „echten Recht auf Sezession“, das sich dann aus einem in Szene gesetzten Völkermord herleiten ließe
Die Irrwege eines amerikanischen Demokraten
10. Dezember 2004
Von proamerikanischen Autoren, das meint solche, die im Krieg gegen den Terror auf der richtigen Seite stehen, werden häufig die 'Erfolge' der Nato-Intervention in Bosnien oder Kosovo hervorgehoben, um die Bedenken ihrer Kritiker, die heutigen Kriegsgegner, mit denen man sich damals einig wußte, zu zerstreuen
Deutschlands unvollendeter Krieg auf dem Balkan
30. November 2004, Freiburg
Die Wiedervereinigung der Deutschen war für die ebenfalls nach „Selbstbestimmung“ strebenden Völker Jugoslawiens das Signal, jetzt ihrerseits den Kampf um einen eigenen Staat wieder aufzunehmen. Das Auswärtige Amt bestärkte sie darin mit der Parole, daß ihnen nicht verwehrt werden könne, was den Deutschen gegeben wurde. Weil dieser Kampf gegen die Staatenordnung gerichtet war, wie sie sich durch den 2. Weltkrieg ergeben hatte, paßte dazu eine Ideologie, welche in die Zeit davor zurückgeht...
Auf die Angriffe albanischer Faschisten aus der Provinz
16. Mai 2001
An diesem 8. Mai, "dem bedeutendsten Feiertag der modernen Zeit", wie der russische Ministerpräsident ihn nannte, konnte es fast so scheinen, als sei die mazedonische Militäroffensive gegen die UCK schon eine Folge des Aufrufs Vladimir Putins gewesen, der zeitgleich in Moskau den Kampf gegen den Faschismus beschwor
Wie die Nato das häßliche Personal, das sie in Kosovo an die Macht brachte, schönredet
3. November 1999
Nach den "Gefühlen" gefragt, welche die Nato angesichts der Tatsache bewege, daß "die Leute, über die sie normalerweise mit einer gwissen Anerkennung sprechen, einen Mann zu einem ihrer Führer ernannt haben, der in ethnische Säuberungen verwickelt ist", antwortete Jamie Shea: "Wen sie zu ihrem Führer machen, ist ganz und gar deren eigene Angelegenheit"...
Wie Deutschland einen Krieg gewinnt, den es forderte, solange er nicht stattfand, und gegen den es opponiert, seit er begonnen hat
20. Mai 1999
Für den 27. Mai hatte der deutsche Außenminister Diplomaten der Europäischen Union, aus Albanien, Bosnien, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Ungarn, Rumänien, Rußland, Slowenien, der Türkei, Amerika, Kanada und Japan sowie Repräsentanten von Europarat, OSZE, UN, UNHCR, NATO, OECD und WEU zu einer Konferenz auf den Petersberg bei Bonn geladen...
Denn es ist ein europäischer Krieg gegen Amerika
10. Mai 1999
Die folgenschwere Entschlossenheit, mit der Amerika seine Überlegenheit, die niemand bezweifeln kann, durch einen Sieg gegen Jugoslawien beweisen will, wird in Deutschland schon von schallendem Gelächter begleitet. Denn Schröder, Scharping und Fischer, die selbst den Krieg mit immer kühner überzeichneten Feindbildern anheizen, während die Öffentlichkeit gleichzeitig mit großspurigen Verhandlungsinitiativen getäuscht wird, gewinnen politisch jeden Tag, den Clinton, Cohen und Albright militärisch verlieren...
Über die Befreiungsarmee Kosovos und ihre Freunde in Deutschland
23. April 1999
Nach ihren schweren Niederlagen im Kosovo bereitete sich die UCK im April 1999 auf eine neue Offensive vom Norden Albaniens her vor. Gleichzeitig landeten am 21. April die ersten amerikanischen Kampfhubschauber in Tirana. Schon seit Beginn des Luftkrieges gegen Jugoslawien bediente sich die Nato der UCK als Informationsquelle. Jetzt ging es um ihre Verwendung als Nato-Bodentruppe...
Jungle World Dossier zum Kosovo-Krieg
14. April 1999
Mit Beiträgen von Matthias Küntzel, Klaus Thörner und Thomas Becker
Wie Amerika sich widerwillig auf einen Stellvertreterkrieg in Europa vorbereitet
9. März 1999
Die mit der Gnade der späten Geburt aufgewachsenen Generationen hatten sich schon an eine Welt gewöhnt, in der sich - wenn überhaupt - alles in längst geregelten Bahnen verändern würde: mehr Fernseher, mehr Kalorien, wechselnde Moden und mehr Demokratie wagen. So hatten die Deutschen nach dem November 1989 und der Fußballweltmeisterschaft im darauffolgenden Sommer keine Wünsche mehr offen und nannten sich selbst das glücklichste Volk auf der Welt...
Wie aus den stalinistischen Studenten von gestern die heute von der Nato hofierte Befreiungsarmee Kosovos wurde
11. Februar 1999
Für jenen Dorftrottel, den das Abendprogramm des albanischen Fernsehens im Juni vergangenen Jahres als den Sprecher der Kosovo-Befreiungsarmee zur Schau stellte, war die Sache an und für sich schon gelaufen. Vom Anblick dieses Mannes, der den unerschrockenen Helden seines kleinen Volkes, den damals noch geheimnisumwobenen Kämpfern der UCK, die sich mit der selbst von der Nato gefürchteten jugoslawischen Militärmacht angelegt hatten, zum ersten mal ein Gesicht gab...
In Kosovo ersetzt ein Protektorat das staatliche Gewaltmonopol
24. Oktober 1998
Politisches Kalkül und amerikanischer Pragmatismus mögen es gewesen sein, die den Nato-Rat in der Nacht zum 13. Oktober dazu verleiteten, der Bundesrepublik Jugoslawien den Krieg zu erklären und dabei den Willen des Weltsicherheitsrats und die Regeln internationalen Rechts in grober Fahrlässigkeit zu übergehen. Die Erleichterung war groß, als es dann doch nicht dazu kam. Entgegen dem Augenschein legen einige Umstände sogar die Vermutung nahe, daß der angedrohte Militärschlag tatsächlich nie ernsthaft beabsichtigt war...
Die UCK hat die erste Runde gegen die jugoslawische Armee verloren
10. Oktober 1998
Nach monatelangen aber erfolglos gebliebenen Bemühungen, einen Waffenstillstand zwischen den Fronten im Kosovo auszuhandeln, reiste der amerikanische Sonderbotschafter Richard Holbrooke in das Krisengebiet, um sich direkt mit den Leuten zu unterhalten, die er zuvor in aller Öffentlichkeit als Terroristen tituliert hatte...
Die Kosovo-Albaner verwerfen einen amerikanischen Kompromiß und verlieren mit deutscher Kompromißlosigkeit einen Krieg
14. Juni 1998
Wo immer ein Unabhängigkeitskämpfer seine Bereitschaft zur gewaltfreien Konfliktlösung beteuert, ist schon die Drohung parat, er könne auch anders. Vor einem Jahr versicherte Bujar Bukoshi, damals in Bonn, z.Zt. in Genf amtierender "Ministerpräsident" der selbsternannten "Republik Kosovo", jedem, der es nicht wissen wollte, sein Volk würde einen Krieg mit der jugoslawischen Armee dem Weiterleben als Bürger der Serbischen Republik vorziehen...
Die Kosovo-Albaner rufen auf zur letzten Schlacht auf dem Balkan
6. März 1998
Das Faustpfand der Kosovo-Albaner ist ihre wachsende Fähigkeit, die gesamte Region in einen Krieg zu verwickeln. Ihre vor zwei Jahren im deutschen und schweizerischen Exil aufgebaute "Befreiungsarmee" weitete ihren Aktionsradius kontinuierlich aus und hat sich vergangenen Dezember erstmals zu Anschlägen im Nachbarstaat Mazedonien bekannt...
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